Bundeslager 2026 Siedlung Lüneborg

Quelle: VCP Schulensee/Grischa

Alle vier Jahre ist es so weit: Das
Bundeslager des VCP findet statt und damit machen sich rund 5000 Pfadis
auf den Weg zu einem Lagerplatz, welcher am Ende eher einer Kleinstadt
gleicht. Dieses Mal ging es in die Nähe von Wolfsburg, auf den
Jugendzeltplatz Almke. Hinter dem Zeltplatz waren zusätzlich die
angrenzenden Felder angemietet und Wege angelegt, damit alle ihren
zugewiesenen Aufbauplatz finden konnten.





Die Anreise erfolgte an einem der
heißesten Tage des Jahres, mit einer angekündigten Unwetterfront für
just den Moment, zu dem wir auf dem Lagerplatz eintreffen sollten. Davor
mussten wir jedoch erst einmal sechs Stunden Bahn fahren, was bis auf
einen verpassten Zug und ein vergessenes Deutschlandticket relativ gut
lief. Bei Ankunft auf dem Platz rollte bereits eine dunkle Wand am
Horizont heran, sodass schleunigst eine Kohte aufgestellt wurde, um
zumindest unser Gepäck trocken zu halten. Gerade als unsere Kohte fertig
aufgebaut war, fegte eine Windböe zwei neun Meter durchmessende Jurten
der Kochgruppe vor uns um. Das Programmzentrum des Landesverbandes
Rheinland-Pfalz wurde ebenfalls kurzzeitig zum ungewollten Flugobjekt.
Bei uns ist zum Glück alles heil und stehen geblieben. Kurz danach wehte
über dem Lagerplatz eine große rote Fahne, welche alle weiteren
Aufbauarbeiten verbot. Wir wollten eigentlich gerne weiter aufbauen, da
es im Anschluss an die Windböe erträglichere 25 °C hatte, statt der
36 °C vor dem Unwetter. Als norddeutscher Pfadistamm sind wir
schließlich ein bisschen Wind gewöhnt und bauen größere Zelte mit
50 cm-Heringen auf, dann fliegt nichts weg. Aber bis kurz vor 22 Uhr
blieb es dabei: Der Aufbau von Zelten war vorerst verboten, und
anschließend durften erst einmal nur Kothen aufgebaut werden.
Blöderweise hatten wir dadurch erst einmal kein Küchenzelt. Das Essen
des ersten Abends wurde daher kurzerhand im „Café“ des Landesverbands
Schleswig-Holstein gekocht. Nach diesem chaotischen Start hatten wir
eine angenehm ruhige Nacht.





Am nächsten Tag genossen die jüngeren
Pfadis das Lagerleben in vollen Zügen. Die Älteren bauten die Küche und
das Programmzentrum von Mike auf. Manches davon auch mehrfach über das
Lager hinweg, da die Konstruktion des Programmzentrums leider eine
Tendenz zum selbstständigen Abbau hatte. Im Programmzentrum stand
nämlich ein aufblasbares Planetarium und die Konstruktion, die dafür
nötig ist, ist eher speziell …





In den folgenden Tagen warteten Hitze,
Badespaß und ein buntes Programm auf uns. Die Abende auf dem Lager
verbrachten wir meist in geselliger Runde. Entweder auf dem eigenen
Platz oder aber in einer der Oasen bei den Singerunden. Vor allem das
Musische Zentrum war dafür ein hervorragender Ort.





Am sechsten Tag des Lagers kam es dann zu
großer Aufregung. Mitten in der Nacht wurden wir durch eine
Gewitterfront geweckt und mussten in die fest aufgebauten
Versorgungszelte von Zoll und Technik evakuiert werden, während zwei
heftige Gewitterfronten über uns herjagten. Auf diese anstrengende Nacht
hätten wir alle gerne verzichtet. Aber hey, immerhin durften wir das
Programmzelt von Mike am nächsten Tag wieder aufbauen. Mikes Technik
hatte den Starkregen zum Glück überlebt, und Jurten können mehr ab, als
man denkt.





Der Rest des Lagers verlief
vergleichsweise ereignislos, da wir uns bei den hohen Temperaturen
einfach nicht nach körperlicher Aktivität fühlten. Ausgenommen natürlich
das für Pfadis kostenfreie Freibad, das gerne jeden Tag geentert wurde.





Der Abbautag war noch einmal ein bisschen
chaotisch, weil wir unseren Shuttlebus zum Bahnhof um neun Minuten
verpasst hatten. Aber da Pfadfinder*innen immer schnell eine Lösung
finden, wurde ein alternatives Shuttle organisiert und wir bekamen
unseren Zug doch noch.





Am Ende kamen wir alle müde, aber um viele Erinnerungen reicher in Kiel an und blicken zurück auf ein gelungenes Bundeslager.